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media deluxe: EDFG ist die Abkürzung für Extradimensionale Fotografie und bezeichnet das subjektive Abtasten von Gegenständen und Personen, aber auch Immateriellem, mit kontrolliertem und gerichtetem Licht, wobei dieser Vorgang auf lichtempfindlichen Materialien festgehalten wird. Viele Beschränkungen, die der normalen Fotografie im Wege stehen, entfallen bei dieser noch am ehesten an Malerei erinnernden Technik. I. Zayoke: Welche Beschränkungen entfallen genau? media deluxe: EDFG revolutioniert in der Fotografie die Reduktion des Raumes auf die Fläche. Es lassen sich mit ihr sowohl klassische Techniken der Malerei - sei es perspektivische oder anamorphistische Abbildung, sei es Kubismus - reproduzieren als auch völlig neue Wege beschreiten, zum Beispiel indem gezielt wesentliche fotografische Elemente - wie Schärfe, Tiefenschärfe und räumliche Verjüngung - ad Absurdum geführt werden. I. Zayoke: Wofür steht das ED, also Extradimensional? media deluxe: Die gerade genannten Mechanismen lassen sich nicht nur auf die erwähnten räumlichen Koordinaten anwenden, sondern auch auf die Zeit. Man kann mit dieser Technik genauso zeitliche Abfolgen darstellen wie sie sich auch gezielt manipulieren lassen. Möglich ist mit EDFG praktisch jede Darstellung, die vorstellbar ist.
media deluxe: Die Art und Weise, in der Menschen Bilder wahrnehmen, unterliegt strengen physiologischen und psychologischen Gesetzmäßigkeiten. Diesen musste sich die Fotografie bisher weitgehend widerspruchslos unterwerfen. EDFG versucht nicht mehr, den Raum in herkömmlicher Weise zweidimensional abzubilden, sondern kann mit seiner Lichtführung sowohl die subjektive Betrachtungsweise von Menschen nachempfinden und dies sichtbar machen als auch die Betrachtungsweise des Rezipienten gezielt führen. I. Zayoke: Wie ist diese Technik entstanden? media deluxe: media deluxe arbeitet seit vielen Jahren ganz vorne an der avantgardistischen Front der digitalen Bildverarbeitung. Als der Reiz des Neuen und der Thrill der perfekten Fälschung nachließ, das erzeugte Mißtrauen gegenüber dem vorher mit scheinbarem Beweischarakter behafteten Foto zur Gewohnheit wurde, reizte es wieder zur Kamera zu greifen. Die Herausforderung hieß jetzt, mit neuen Techniken wieder manuell solche Bilder zu erzeugen, von denen andere noch glauben, sie seien nur mit dem Computer erstellbar. I. Zayoke: Diese Bilder sind also alle gänzlich ohne Computerhilfe entstanden? media deluxe: Gänzlich! Keine Tricks, keine Computer, keine Manipulationen im Labor! I. Zayoke: Wie ist der metaphysische Flair von EDFG zu erklären? media deluxe: EDFG ist keine Sekte. Allerdings ist die Studiosituation, speziell bei der Arbeit mit Menschen, eine völlig andere als in der herkömmlichen Fotografie. Dies führt zwangsläufig dazu, dass sich die abgebildeten Personen anders verhalten und in der Abbildung anders wirken. Im Allgemeinen wird dies von den Beteiligten als sehr angenehm, oft spirituell oder erotisch animierend empfunden, aber auch Zuschauer haben ihre Freude an diesem geheimnisvollen und phantasiefördernden Prozess. Außerdem darf nicht übersehen werden, dass die gesamte PR-Kampagne für EDFG - deren Bestandteil auch dieser Flyer ist - praktisch ausschließlich auf eine Potenzierung des Kult-Charakters dieser Technik abzielt. I. Zayoke: Ich danke für dieses offene Gespräch.
Das Gespräch zwischen I. Zayoke und media deluxe fand am 11.1.98 in San Francisco anlässlich einer Klausur zum Thema Kunststrategien versus Strategiekunst virtuell statt. |
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